Einblick in die kommunale Wärmeplanung
Die kommunale Wärmeplanung setzt sich aus drei Dimensionen zusammen:
Strategischer Prozess der zukünftigen Wärmeversorgung, vergleichbar mit einem Flächennutzungsplan |
Umfangreicher Bericht, der den Weg zur Treibhausgasneutralität im Wärmesektor anhand von festgelegten Maßnahmen aufzeigt |
Transformation der aktuellen Wärmeversorgung zu einer treibhausgasneutralen Wärmeversorgung |
Hier finden Sie die Ergebnisse der Bestands- und Potenzialanalyse der kommunalen Wärmeplanung in der VG Göllheim. |
Chancen, die sich aus der kommunalen Wärmeplanung ergeben können
Mehr Unabhängigkeit von Energieimporten durch kommunale Wärmeversorgung | Schaffen von potenziellen Kostenvorteilen durch ganzheitliche Versorgung | Beitrag zum Umweltschutz durch klimafreundliche |
Was ist die kommunale Wärmeplanung?
Im Januar 2025 startete die kommunale Wärmeplanung für die VG Göllheim. Nach einem öffentlichen Ausschreibungsverfahren erhielt das Unternehmen EWR Climate Connection den Zuschlag und hat die Planung federführend umgesetzt.
Die Wärmewende ist ein zentraler Schritt, um den CO₂-Ausstoß zu reduzieren und unsere Energieversorgung zukunftssicher zu gestalten. In der VG Göllheim möchten wir zusammen mit Ihnen die Weichen für eine klimafreundliche und nachhaltige Wärmeversorgung stellen. Unser Ziel: fossile Energieträger schrittweise durch umweltfreundliche und erneuerbare Alternativen ersetzen.

Mit der Einführung des überarbeiteten Wärmeplanungsgesetzes (WPG) und des Gebäudeenergiegesetzes (GEG), die jeweils am 1. Januar 2024 in Kraft traten, stehen deutsche Gemeinden und Städte vor der Herausforderung, bis 2045 ihr Wärmesystem zu dekarbonisieren. Alle deutschen Kommunen sind dazu verpflichtet, bis spätestens 2028 eine kommunale Wärmeplanung (kWP) zu erstellen. Die kWP dient als strategisches Instrument, das den Bürgerinnen und Bürgern, Unternehmen und Energieversorgern Aufschluss über die zukünftige Wärmeversorgung gibt. Dazu erfolgt die Erstellung eines Wärmeplans, der die strategische Entwicklung anhand einer Roadmap inklusive Maßnahmen zum Erreichen der Klimaneutralität im Wärmesektor umfasst.
Die kommunale Wärmeplanung für die VG Göllheim wurde in einem Zeitraum von 12 Monaten, von Januar 2025 bis Dezember 2025 fertiggestellt. An der Erstellung waren die Verbandsgemeinde, die EWR Climate Connection GmbH und Hansa Luftbild Mobile Mapping GmbH beteiligt.
Einblicke in die kommunale Wärmeplanung

Die kommunale Wärmeplanung ist ein strategischer Prozess, der die zukünftige Wärmeplanung innerhalb einer Kommune beschreibt. In diesem Rahmen wird ein kommunaler Wärmeplan erstellt, der in Berichtform den Weg zur Klimaneutralität im Wärmesektor aufzeigt. Dieser zeigt einen Handlungsleitfaden für die Umstellung von fossilen auf regenerative Heizsysteme auf. Zudem wird ein strategischer Plan und Maßnahmen zur Reduzierung CO2-Emissionen im Wärmesektor abgeleitet. Dabei liegt der Fokus auf Wärmeversorgungsquellen, die einen CO2-Ausstoß vermeiden und gleichzeitig eine finanzierbare Alternative zu bisherigen Öl- oder Gasheizungen bieten.
Das Hauptziel der Wärmeplanung ist es, fossile Brennstoffe durch umweltfreundliche Alternativen wie Geothermie, Solarthermie, Biomasse oder Abwärmenutzung zu ersetzen und gleichzeitig den Energieverbrauch insgesamt zu senken. Kommunen schaffen so nicht nur die Grundlage für eine nachhaltige Wärmeversorgung, sondern leisten auch einen wesentlichen Beitrag zum Erreichen der Klimaziele und zur Steigerung der Lebensqualität vor Ort.
Phasen der kommunalen Wärmeplanung:
Bestandsanalyse

Die bestehende Versorgungsstruktur wird erfasst und alle Gebäude nach ihren Typen, ihrer Baustruktur sowie ihrem Wärmeverbrauch (für Raumwärme, Warmwasser und Prozesswärme) kartiert. Auf dieser Grundlage werden die daraus resultierende Treibhausgasemissionen berechnet, um gezielte Maßnahmen zur Reduktion der Emissionen in der VG zu entwickeln.
Datenerhebung und -erfassung: Zunächst werden alle relevanten Daten zur Wärmeversorgung gesammelt, wie Energieverbrauch, Heizsysteme und Infrastruktur.
Datenvalidierung und -ergänzung: Die erfassten Daten werden auf ihre Richtigkeit und Vollständigkeit geprüft und bei Bedarf ergänzt.
Erstellung einer Wärme-, Energie- und Treibhausgasbilanz nach BISKO: Eine umfassende Bilanz wird erstellt, um den Energieverbrauch und die CO2-Emissionen der Gemeinde zu bewerten und zu analysieren.
Kartografische Darstellung in einem GIS-System: Die Daten werden digital kartografisch erfasst, um die Wärmeversorgung und -infrastruktur visuell darzustellen und eine gezielte Analyse zu ermöglichen.
Potenzialanalyse

In der VG Göllheim werden gemeinsam sämtliche Potenziale zur umweltfreundlichen Wärmeerzeugung und zur Senkung des Wärmebedarfs analysiert. Dabei wird auch geprüft, wie bereits vorhandene Wärmequellen und unvermeidbare Abwärme effizient genutzt werden können, um die Wärmeversorgung in der VG nachhaltig zu gestalten. Potenziale finden sich unter anderem im Bereich der Stromerzeugung durch Photovoltaik und Windenergie sowie im Wärmebereich durch innovative Lösungen wie Nah- und Fernwärmenetze oder den Einsatz von Wärmepumpen.
Energieeinsparpotenziale: Es werden Möglichkeiten zur Reduzierung des Wärmeverbrauchs durch effizientere Heizsysteme, bessere Dämmung und optimierte Betriebsführung aufgezeigt.
Potenziale erneuerbarer Energien und Abwärme: Es werden Möglichkeiten zur Nutzung erneuerbarer Energien (wie Solarthermie oder Wärmepumpen) und Abwärmequellen (z. B. Industrieabwärme) analysiert.
Diese Schritte helfen, den Energieverbrauch zu senken und nachhaltige Energien zu integrieren.
Zielszenarienentwicklung

Anknüpfend an die Bestands- und Potenzialanalyse erfolgt gemeinsam mit der Steuerungsgruppe und dem Lenkungskreis der VG Göllheim die Festlegung von Transformationszielen. Diese Ziele berücksichtigen die zukünftige Entwicklung des Wärmebedarfs und die geplante Versorgungsstruktur und sollen sicherstellen, dass der Wärmebedarf nachhaltig gedeckt wird. So kann eine umweltfreundliche, effiziente Wärmeversorgung für die kommenden Jahre entstehen.
Zielbild für die VG Göllheim
Basierend auf den Potenzialen wurden sogenannte Transformationsziele festgelegt. Diese Ziele beschreiben, wie die Wärmeversorgung im Jahr 2045 in der VG aussehen soll. In der zukünftigen Heizlandschaft werden einige wenige Gebäude zentral über ein ein Gebäudenetz versorgt (ca. 5 %). Die dezentrale Versorgung der Gebäude nimmt wiederum den größten Teil der Wärmeversorgung ein. Für das Zukunftsszenario im Jahr 2045 bezieht die dezentrale Versorgung die Wärme aus folgenden Quellen:
Luftwärme-/Erdwärmepumpen: 59 %
Mikrowärmenetze: 5 %
Grüne Gase: 12 %
Direktstrom: 10 %
Solarthermie: 9 %
Biomasse: 5 %
Zusätzlich wurde eine Sanierungsquote von 1,6 % festgelegt, um Häuser mit einer geringen Energieeffizienzklasse auf den Stand der Energieeffizienzklassen A-D zu bringen.
Maßnahmenkatalog

Die letzte Phase umfasst die Entwicklung eines strategischen Maßnahmenkatalogs, um das Ziel einer klimaneutralen Wärmeversorgung zu erreichen. Dabei handelt es sich um einen langfristigen Prozess der kommunalen Wärmeplanung, bei dem alle relevanten Akteure vor Ort aktiv einbezogen werden. Die festgelegten Maßnahmen werden kontinuierlich auf ihre Umsetzbarkeit und Wirksamkeit überprüft, um sicherzustellen, dass wir flexibel auf Veränderungen reagieren und die bestmöglichen Lösungen für unsere VG finden.
Maßnahmen
Es wurden folgende Maßnahmen zur Umsetzung des Wärmeplans identifiziert, die in den kommenden fünf Jahren, also bis zur neuen Wärmeplanung, besonders priorisiert werden.
Im Bereich der Wärmenetz-Maßnahmen sollen der Aufbau neuer sowie die Erweiterung bestehender Mikronetze an geeigneten Standorten innerhalb der Verbandsgemeinde geprüft werden. Ziel ist es, lokale Wärmebedarfe gebündelt und effizient zu erschließen und dabei erneuerbare, möglichst gebäudenahe Wärmequellen zu integrieren. Vorgesehen sind Prüfungen für folgende Netzoptionen:
Fokusgebiet 1: Prüfgebiet Gebäudenetz Göllheim Schul- und Sportzentrum
Fokusgebiet 2: Prüfgebiet Gebäudenetz Göllheim Raiffeisenstraße-K80
Fokusgebiet 3: Prüfgebiet Gebäudenetz Albisheim Untere Bahnhofstraße - Pfrimmhalle
Ergänzend zu diesen standortbezogenen Netzprüfungen werden gemeindeweit wirkende Schritte betrachtet, um die Wärmewende zu unterstützen: die Sanierung von Gebäudehüllen zur Senkung des Wärmebedarfs, der Umstieg auf alternative Energiegewinnung und der Austausch bestehender Heizsysteme sowie eine aktive Bürgerbeteiligung zur Stärkung von Akzeptanz und Mitgestaltung.

Wer finanziert die kommunale Wärmeplanung?
Ein vom Bund gefördertes Projekt

Die knapp 70.000€ kostende Maßnahme wird zu 90 % gefördert. Mit der Nationalen Klimaschutzinitiative initiiert und fördert die Bundesregierung seit 2008 zahlreiche Projekte, die einen Beitrag zur Senkung der Treibhausgasemissionen leisten. Ihre Programme und Projekte decken ein breites Spektrum an Klimaschutzaktivitäten ab: Von der Entwicklung langfristiger Strategien bis hin zu konkreten Hilfestellungen und investiven Fördermaßnahmen. Diese Vielfalt ist Garant für gute Ideen. Die Nationale Klimaschutzinitiative trägt zu einer Verankerung des Klimaschutzes vor Ort bei. Von ihr profitieren Verbraucherinnen und Verbraucher ebenso wie Unternehmen, Kommunen oder Bildungseinrichtungen.
Sie haben Fragen zur Kommunalen Wärmeplanung?
- Im Folgenden werden die häufigsten Fragen seitens der Bürgerinnen und Bürger gelistet, welche sich im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung (kWP) stellen.
- Im Folgenden werden die häufigsten Fragen zum Thema Datenschutz und Datenerhebung gelistet, welche sich im Rahmen der kommunalen Wärmeplanung (kWP) stellen.

